Endstation Vernichtung
Diensteifer und Pflichterfüllung
bei der Reichsbahn in München 1933 - 1945
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Zwangsarbeit und Kriegsprofit

Mobilmachung, Kriegsverluste und anhaltende Einberufungen zur Wehrmacht sorgten in der deutschen Wirtschaft für einen für das Regime besorgniserregenden Arbeitskräftemangel. Ohne den millionenfachen verbrecherischen Einsatz ausländischer Zwangsarbeiter wäre die deutsche Rüstungs- und Konsumgüterindustrie zusammengebrochen.


Auch die Instandhaltung von Infrastruktur- und Versorgungseinrichtungen sowie die Sicherstellung der landwirtschaftlichen Erzeugung waren nur durch den „Ausländereinsatz“ möglich. Auf dem Höhepunkt des Krieges belief sich allein im Großraum München die Zahl der ausländischen Zwangsarbeiter, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge auf etwa 120 000 Menschen. Die Reichsbahn und deren Zulieferindustrie profitierten in erheblichem Umfang von diesem Massenphänomen. Bei der Instandsetzung von Fahrzeugen in den Münchner Ausbesserungswerken mussten Zwangsarbeiter Schwerarbeit leisten.


Weitere Arbeitsfelder waren Verladen, Gleisbauten und Rangieren. Unter Lebensgefahr mussten KZ-Häftlinge Bomben für die Reichsbahn entschärfen und Trümmer nach Luftangriffen beseitigen. Seit September 1944 existierten „Konzentrationslager auf Schienen“. Unter dem Kommando der SS wurden je 500 Gefangene in umgebaute Güterwagen gesperrt und als mobile Reparaturtrupps für die Reichsbahn eingesetzt. Alle Zwangsarbeiter waren menschenunwürdigen und existenzbedrohenden Arbeits- und Lebensbedingungen unterworfen. Insbesondere bei KZ-Häftlingen führten extreme Mangelversorgung und mörderische Gewalt zu einer dramatisch hohen Sterblichkeit.
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