Endstation Vernichtung
Diensteifer und Pflichterfüllung
bei der Reichsbahn in München 1933 - 1945
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Verkehrsknotenpunkt München

In den 1930er Jahren war die Bahn das Universaltransportmittel für den Individual- und Güterverkehr. München entwickelte sich zum Knotenpunkt für den Verkehr nach Süd- und Osteuropa, der von zahlreichen Dienststellen koordiniert wurde. Für den Wirtschaftsstandort München hatte die Bahn auch überregionale Bedeutung, da sie neben dem Betrieb der großen Ausbesserungswerke in Freimann und Aubing eine beschäftigungsintensive Zulieferindustrie mit Aufträgen versorgte. Dafür stehen Unternehmen wie die Lokomotivenfabrik Krauss-Maffei oder die Süddeutsche Bremsen AG.


Den Nationalsozialisten waren die gesamtwirtschaftliche Bedeutung und das propagandistische Potenzial der Reichsbahn bewusst, die sie gezielt für ihre politischen Ziele instrumentalisierten. Was mit Hakenkreuzfahnen an Bahnhöfen und Lokomotiven begonnen hatte, setzte sich in breitenwirksamen Sonderfahrtprogrammen fort und mündete schließlich mit dem Transport von Soldaten und militärischem Gerät in ausgefeilte Kriegslogistik. Die Reichsbahn leistete dabei ihren eigenen Beitrag zu Verfolgung und Massenmord: Sie stellte die Transportressourcen für die Verschleppung von tatsächlichen und vermeintlichen Regimegegnern, ausländischen Zwangsarbeitern und schließlich für die Deportation der Juden zur Verfügung. All dies musste angeordnet, geplant und ausgeführt werden. Dazu war ein umfangreiches bürokratisches System mit einer Vielzahl von Dienststellen und Mitarbeitern erforderlich – auch in München.


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