Endstation Vernichtung
Diensteifer und Pflichterfüllung
bei der Reichsbahn in München 1933 - 1945
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Logistik der Vernichtung

Die Schienen der Reichsbahn bildeten während des Zweiten Weltkriegs die Verbindungsadern zwischen dem Reichsgebiet und den von der Wehrmacht besetzten Ländern. Für die grenzenlose Ausbeutung Europas durch den deutschen Aggressor waren die Bahnkapazitäten unverzichtbar, denn über das Schienennetz erfolgte die Abschöpfung von materiellen Ressourcen, Rohstoffen und Arbeitskräften.


Nach 1939 wurden mehr als 10 Millionen Menschen aus allen Teilen Europas mit falschen Versprechungen für die deutsche Kriegswirtschaft angeworben oder mit Gewalt verschleppt. Den Transport der Zwangsarbeiter, darunter unzählige Kinder und Jugendliche, planten die Logistiker der Bahn – stets bemüht um eine effektive Auslastung ihrer Kapazitäten. So hatten die Züge, in denen die Zwangsarbeiter verschleppt wurden, auf dem Weg zu ihrem Ziel in den besetzten Gebieten Kriegsgerät geladen oder Soldaten befördert.


Ebenso war die Bahn primäres Verkehrsmittel für die Deportationen in Konzentrations- und Vernichtungslager sowie seit November 1944 für die „Evakuierungstransporte“ von KZ-Häftlingen. Auch Rohstoffe und Konsumgüter wechselten über die Schiene ihren Besitzer. Aus Frankreich und anderen besetzten Ländern wurde das Eigentum von ermordeten Juden nach Deutschland geschafft, wo es der Zivilbevölkerung zugute kam. Die Bahn profitierte von diesen Transportdienstleistungen. Selbst den deportierten Juden wurden die Kosten für ihre Fahrt in den Tod berechnet.
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